Unsere Schützlinge

Blumenwiese

 

Ein aus falsch verstandenem Ordnungssinn penibel aufgeräumter Garten mit ständig kurzgemähtem Rasen, auf dem einheimische Wildkräuter keine Chance bekommen, bietet den meisten einheimischen Tieren nur wenig Lebensraum oder Nahrung.
Keine Blüte, welche Nektar bietet, keine Raupen-Futterpflanzen auf die Schmetterlinge so dringend angewiesen sind.
Mit Koniferen, Hochzuchtrosen und Rhododendren kann unsere heimische Tierwelt oft nichts anfangen, denn sie sind an exotische oder gezüchtete Pflanzen und Gehölze nicht angepasst.
Ein Teufelskreis aus nicht vorhandenem biologischem Gleichgewicht von Schädlingen und Nützlingen, Einsatz von Chemie und weiterer biologischer Verarmung ist oft die Folge.

kurzgemähtem Rasen, auf dem einheimische Wildkräuter keine Chance bekommen,

 

  

Steinkauz (athene noctua)

 

Der Steinkauz ist der Wappenvogel des Vereins. Er ist nur 23 cm groß und 170 g schwer - eine kleine, gedrungene und kurzschwänzige Eule mit flachem Oberkopf und großen gelben Augen. Das Bild entstand im Vogelschutzzentrum Mössingen. Dort wurde der verletzte Kauz wieder aufgepäppelt.

Steinkäuze jagen nachts und tagsüber. Sie erbeuten Kleinsäuger, kleinere Vögel, Insekten, Regenwürmer und jagen auch "zu Fuß". Der Balzgesang des Steinkauzes ist ein weiches, voll klingendes "guuuuk", das recht tief und langgezogen ist und am Ende ansteigt. Der Steinkauz ist wenig scheu. Er zeigt sich auch bei Tag auf Hausdächern, Lichtmasten und sonstigen Aussichtswarten.Er zählt zu den stark gefährdeten Brutvogelarten und ist ins unserer Gegend leider sehr selten geworden.

Sein Lebensraum - offene Landschaften mit Baumgruppen, Wiesen- und Weidegebiete mit alten Obstbäumen - ist immer weniger zu finden. Er mag es dunkel und nistet in hohlen Bäumen - z.B. Kopfweiden - und Mauerlöchern; nimmt aber auch mardersichere Röhrennistkästen an. Solche Niströhren bietet ihm der Verein in zahlreichen Streuobstwiesen rund um Wurmlingen; Kopfweiden pflegt der Verein in großer Zahl an unterschiedlichen Orten.

 

Neuntöter (Lanius collurio)

 

Der Neuntöter - ein Vogel mit einem außergewöhnlichen Namen: er hat die Angewohnheit, erbeutete Insekten (jemand zählte neun Stück) nicht sofort zu verzehren, sondern zunächst auf Dornen aufzuspießen. 

Der Neuntöter brütet in in der kleinräumigen Kulturlandschaft mit breiten, möglichst dornigen Hecken, in Wacholderheiden und Brachen mit einzelnen Büschen. Er sitzt gerne in aufrechter Haltung exponiert auf Baumspitzen. Das Männchen ist auffällig gefärbt -  das Rückengefieder ist kastanienbraun. der Bauch weißlich mit rosa Tönung, Kopf und Bürzel sind grau. Der dicke schwarze Augenstreif ist von weitem erkennbar.

Der Neuntöter jagt Insekten, kleinere Reptilien und Mäuse. Er ist ein Zugvogel und überwintert im tropischen Ostafrika. 

 

 

Gartenrotschwanz  (Phoenicurus phoenicurus)

 

Der Gartenrotschwanz ist ein Höhlenbrüter in Nistkästen, Baumhöhlen, Holzstapeln und Röhren. Er brütet in lichten Laub- und Mischwäldern, in Parks, Gärten und Streuobstwiesen mit altem Baumbestand. Er sitzt gerne auf niedrigen Zweigen und fliegt auf den Boden, um Insekten aufzunehmen. Schon früh am Morgen singt er auf Baumspitzen und Zaunpfählen. 

Das Gefieder des Männchens ist im Prachtkleid auf dem Rücken aschgrau, die Stirn ist weiß, Gesicht und Kehle sind schwarz; der Bauch, Bürzel und Schwanz sind rostrot.

Gartenrotschwänze überwintern in Afrika südlich der Sahara.

 

 

Buchfink  (Fringilla coelebs)

 

Aus Liedern und Gedichten der Kindheit ist der Fink wohl jedem von uns vertraut.

Als häufiger Vogel und zugleich als furchtloser Kulturfolger des Menschen hat ihn wohl auch jeder, der mit wachen Augen durch die Natur geht, schon gesehen.

Der Buchfink ist der Prototyp des Finkenvogels: ein kräftiger, bunt gefärbter Körnerfresser.

Das Männchen hat einen blaugrauen Oberkopf und Nacken. Die Unterseite ist braunrot.

Das Weibchen ist an der Oberseite durch ein grünliches Braun gekennzeichnet, an der Unterseite dagegen mit einem helleren Grau-Braun.

Beide haben zwei auffällige weiße Flügelbinden und einen grünlichen Bürzel. Ihre Körperlänge beträgt 14-18 cm und sie wiegen ca. 20 g. Buchfinken laufen auf dem Boden unter rhythmischem Kopfnicken. Der Flug ist wellenartig.

 

 

Distelfink (Carduelis carduelis)

 

Der Distelfink (auch Stieglitz genannt) fällt insbesonders durch sein farbenprächtiges Gefieder auf. Der Kopf des Distelfinken ist leuchtend schwarz-weiss-rot, ansonsten ist er bräunlich mit schwarzen Flügeln, die ein leuchtend gelbes Flügelfeld besitzen.

Der Distelfink wird 12 bis 13 cm gross. Der Stieglitz ist ein sehr geselliger Fink, der oft in kleinen Trupps auf Nahrungssuche ist. Oft auf Wildkräutern zu finden (Löwenzahn, Disteln etc.) wo die Vögel nach Samen suchen.

  

 

Fliegenragwurz (Ophrys insectifera)

 

Die Blüte ahmt fast perfekt die Form und das Aussehen einer weiblichen Fliege nach:

Die äußeren Blütenhüllblätter sind grün und unscheinbar. Die Lippe ist zu einem bunten "Fliegenkörper" umgebildet, die beiden inneren Blütenhüllblätter zu "Fliegenfühler".

Durch das Aussehen der Blüten und durch ihre Behaarung werden männliche Fliegen angelockt, die eine Begattung mit dem vermeintlichen Weibchen versuchen. Gleichzeitig produziert die Blüte Duftstoffe, die den weiblichen Sexuallockstoffen der Fliegen ähnlich sind. Durch diesen Täuschungsversuch übertragen die männlichen Fliegen die Pollenpakete von Blüte zu Blüte und sichern so die Fortpflanzung der Fliegen-Ragwurz.

 

 

Helmknabenkraut (Orchis militaris)

 

Das Helmknabenkraut ist eine 20 bis 40 cm hohe Orchidee mit einem kegel- bis walzenförmigen Blütenstand, der sich von unten nach oben öffnet.

Die Blüten sind rosarot/hellrosa, wobei die rosarote Lippe tief gespalten ist und aussieht wie ein kleines Männchen. Die Sepalen sind hellrosa bis aschgrau und neigen sich wie ein Helm über die Lippe. So sieht die Einzelblüte aus, als ob ein kleines Männchen unter einem großen Kopftuch oder Helm hervorschauen würde.

Die Blätter sind kräftig grün, haben eine feste Struktur und sind relativ groß. Sie sind ungefleckt und erscheinen im Frühjahr als Rosette.

Dank ihrer Farbe fällt die Orchidee sofort ins Auge, was natürlich auch mit ihrem Rückgang zu tun hat.

 

 

Hummelragwurz (Ophrys holoserica)

 

Die Pflanze ist 15 - 35 cm hoch, zwei- bis zehn- blütig. Die Blütenfarbe reicht von rot über dunkelrosa bis weißlich.

Die Sepalen sind breit, die Petalen eher klein und schmal. Die Lippe ist ungeteilt, behaart und gelblich-braun.

Die Hummelragwurz gehört sowohl zu den Sexual- als auch zu den Nektartauschblumen.

 

 

 

 

Silberdistel (Carlina acaulis)

 

Früher durfte die Silberdistel in keinem Trockenstrauß fehlen, weil die Blüten ungewöhnlich lange halten. Dies und ihre Schönheit wurden der Distel zum Verhängnis - sie wurde fast ausgerottet. Den Rest besorgte die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung ihrer traditionellen Standorte. Heute ist sie gesetzlich geschützt.

Die Silberdistel benötigt sonnige und trockene Magerrrasen, gedeiht am besten auf kalkreichen, lehmigen Böden und liebt steinige Plätze. Dort fällt sie besonders im Spätsommer und Herbst auf, wenn ihre Blüte silbrig am Boden glänzt. Die weißen Hüllblätter krümmen sich bei feuchter Luft nach innen und spreizen sich bei trockener Luft stark auseinander (Wetterdistel).

 

 

 

 

Riemenzunge (Himantoglossum hircinum)

 

Die Riemenzunge ist eine wärmeliebende Art der (sub-)mediterranen bis (sub-)atlantischen Verbreitung. Obwohl die Standortansprüche der Pflanze schon relativ genau beschrieben wurden, ist die Verbreitung in Westeuropa und die östliche Verbreitungsgrenze dieser Orchidee noch nicht ausreichend geklärt.

Die Riemenzunge ist eine seltene Art der Trespen-Halbtrockenrasen über Muschelkalk. In Deutschland ist die Art trotz vorhandener geologischer Standorte und klimatischer Nischen sehr selten (Gefährdungsgrad Rote Liste BRD 2 = stark gefährdet).

Die stattliche Orchidee kann bis zu 90/ 120 cm groß werden. Die länglich-lanzettlichen Blätter mschließen den Stengel scheidig.

 

 

 

Wendehals (Jynx torquilla)

 

Der Wendehals gehört zur Familie der Spechte. Im Gegensatz zu seinen Verwandten fehlen ihm aber einige Eigenschaften, die charakteristisch für Spechte sind. Er kann keine eigene Bruthöhle zimmern, da Schnabel bzw. Schädel dafür nicht kräftig genug sind.

Er ist auch nicht ein so guter Kletterer wie die anderen Spechte. Das Klettern verlangt hohe Aktivität und schnelles Reaktionsvermögen. Der Wendehals hat diese Eigenschaften nicht. Deshalb fliegt er Stämme meistens quer an und sitzt auf Ästen.

Der Wendehals ist sehr schlank. Sowohl das Männchen wie auch das Weibchen tragen ein grau-braunes Tarngefieder, oben gesprenkelt und mit dunklem Rückenstreif, unten quergewellt.

Seinen Namen erhielt der Wendehals aufgrund seines Verhaltens - ein auffälliges, langsames Kopfdrehen - bei Gefahr. Er spreizt dabei die Schwanzfedern, macht einen "langen Hals" und bewegt diesen wie den Kopf einer Schlange mit den seltsamsten Bewegungen hin und her. Dazu zischt er ebenfalls schlangenähnlich. Diese Verhaltensweisen nennt man "Schlangenmimikry".

Der Wendehals brütet in lichten Laubwäldern, Feldgehölzen, Parks, Alleen, Streuobstwiesen und in Feuchtwiesen mit lockerem Baumbestand; häufig in Brutnachbarschaft mit dem Grünspecht. Seine Nahrung sucht er am Boden. Er bearbeitet mit dem Schnabel Ameisenhaufen, um mit seiner langen klebrigen Zunge die Ameisenpuppen aus dem Inneren zu holen.

Er ist unter den heimischen Spechten der einzige Zugvogel.

 

 

Bluthänfling (Acanthis cannabina)

 

Der Bluthänfling bevorzugt offenes, mit Gebüsch durchsetztes Gelände, Wacholderheiden, Feldhecken und Weinberge. Als Kulturfolger findet man ihn auch in Schutzhecken von Gärten und auf Friedhöfen. 

Beim Prachtkleid des Männchens ist der vordere Scheitel und die Brust leuchtend rot; das Gefieder des Weibchens ist ohne Rot, streifig und oberseits braun.

Der Hänfling nimmt fast ausschließlich vegetarische Nahrung zu sich. Sie setzt sich aus Sämereien von Kreuzblütlern, Disteln, Löwenzahn und anderen Unkräutern zusammen. Die Jungen werden anfangs mit Insekten und dann mit vorverdautem Nahrungsbrei aus dem Kropf gefüttert. 

In den Wintermonaten gesellen sich Hänflinge, Grünlinge und Feldsperlinge zu Trupps zusammmen, um auf Feldern und Rainen nach Nahrung zu suchen.

Der Bluthänfling ist ein Teilzieher. Er kann bis in den nordwestafrikanischen Raum vordringen.

 

 

Kiebitz (Vanellus vanellus)

 

Der Kiebitz kommt schon im März aus seinem Winterquartier in Nordafrika zurück. Er sucht offenes und flaches Gelände mit niedriger Vegetation als Brutplatz - Feuchtwiesen, Moore, Felder und Äcker, Schotter- und Ödlandflächen. Sein Farbkleid ist unverwechselbar: schwarz-weiß, Nackenhaube, runde Flügel, Oberseite dunkel metallisch glänzend, schwarzes Brustschild, Bauch weiß, Unterschwanz gelbrot, weiß-schwarze Wangenzeichnung. Sein gaukelnder Flug mit langsamen Flügelschlägen ist typisch.

 

 

Zilpzalp (Phylloscopus collybita)

 

Vögel an den Stimmen erkennen zu können, ist in den Augen vieler eine Wissenschaft für sich. Um sich den Gesang des Zilpzalp einprägen zu können, muss man allerdings wirklich kein besonderes Gedächtnis für Vogelstimmen haben.

Denn nicht nur der Kuckuck ruft seinen Namen, auch der Zilpzalp macht es. Immer wieder lässt er ein monotones “zilp-zalp-zilp-zalp“ ertönen. Auch in anderen Ländern wird dieser Ruf ähnlich gedeutet und so heißt dieses Vögelchen in den Niederlanden beispielsweise Tjiftjaf.

Wie man die in mäßigem Tempo eintönig wiederholten Rufe auch deutet, sie sind so prägnant, dass der volkstümliche Name Zilpzalp sich gegen den früher üblichen Namen Weidenlaubsänger durchgesetzt hat.

Schon ab Mitte März kommt das nur knapp elf Zentimeter kleine Vögelchen aus dem Winterquartier im Mittelmeerraum zurück.

Der Zilpzalp ist ein rastloses, unermüdlich tätiges Vögelchen. Zweimal im Jahr brütet er. Sein Nest versteckt er gut in Hecken, Stauden oder in altem Gras. Aus den fünf bis sechs Eiern schlüpfen nach meist genau zwei Wochen die Jungen, die weitere zwei Wochen im Nest bleiben. Gefüttert werden die Jungen mit kleinen Spinnen, Asseln und Insekten, die die Vögel in der Bodenvegetation und in Baumkronen auflesen.