Unsere Schützlinge

Blumenwiese

 

Ein aus falsch verstandenem Ordnungssinn penibel aufgeräumter Garten mit ständig kurzgemähtem Rasen, auf dem einheimische Wildkräuter keine Chance bekommen, bietet den meisten einheimischen Tieren nur wenig Lebensraum oder Nahrung.
Keine Blüte, welche Nektar bietet, keine Raupen-Futterpflanzen auf die Schmetterlinge so dringend angewiesen sind.
Mit Koniferen, Hochzuchtrosen und Rhododendren kann unsere heimische Tierwelt oft nichts anfangen, denn sie sind an exotische oder gezüchtete Pflanzen und Gehölze nicht angepasst.
Ein Teufelskreis aus nicht vorhandenem biologischem Gleichgewicht von Schädlingen und Nützlingen, Einsatz von Chemie und weiterer biologischer Verarmung ist oft die Folge.

kurzgemähtem Rasen, auf dem einheimische Wildkräuter keine Chance bekommen,

 

  

Buchfink  (fringilla coelebs)

 

Aus Liedern und Gedichten der Kindheit ist der Fink wohl jedem von uns vertraut.

Als häufiger Vogel und zugleich als furchtloser Kulturfolger des Menschen hat ihn wohl auch jeder, der mit wachen Augen durch die Natur geht, schon gesehen.

Der Buchfink ist der Prototyp des Finkenvogels: ein kräftiger, bunt gefärbter Körnerfresser.

Das Männchen hat einen blaugrauen Oberkopf und Nacken. Die Unterseite ist braunrot.

Das Weibchen ist an der Oberseite durch ein grünliches Braun gekennzeichnet, an der Unterseite dagegen mit einem helleren Grau-Braun.

Beide haben zwei auffällige weiße Flügelbinden und einen grünlichen Bürzel. Ihre Körperlänge beträgt 14-18 cm und sie wiegen ca. 20 g. Buchfinken laufen auf dem Boden unter rhythmischem Kopfnicken. Der Flug ist wellenartig.

 

 

Distelfink (carduelis carduelis)

 

Der Distelfink (auch Stieglitz genannt) fällt insbesonders durch sein farbenprächtiges Gefieder auf. Der Kopf des Distelfinken ist leuchtend schwarz-weiss-rot, ansonsten ist er bräunlich mit schwarzen Flügeln, die ein leuchtend gelbes Flügelfeld besitzen.

Der Distelfink wird 12 bis 13 cm gross. Der Stieglitz ist ein sehr geselliger Fink, der oft in kleinen Trupps auf Nahrunssuche ist. Oft auf Wildkräutern zu finden (Löwenzahn, Disteln etc.) wo die Vögel nach Samen suchen.

  

 

Fliegenragwurz (ophrys insectifera)

 

Die Blüte ahmt fast perfekt die Form und das Aussehen einer weiblichen Fliege nach:

Die äußeren Blütenhüllblätter sind grün und unscheinbar. Die Lippe ist zu einem bunten "Fliegenkörper" umgebildet, die beiden inneren Blütenhüllblätter zu "Fliegenfühler".

Durch das Aussehen der Blüten und durch ihre Behaarung werden männliche Fliegen angelockt, die eine Begattung mit dem vermeintlichen Weibchen versuchen. Gleichzeitig produziert die Blüte Duftstoffe, die den weiblichen Sexuallockstoffen der Fliegen ähnlich sind. Durch diesen Täuschungsversuch übertragen die männlichen Fliegen die Pollenpakete von Blüte zu Blüte und sichern so die Fortpflanzung der Fliegen-Ragwurz.

 

 

Helmknabenkraut (orchis militaris)

 

Das Helmknabenkraut ist eine 20 bis 40 cm hohe Orchidee mit einem kegel- bis walzenförmigen Blütenstand, der sich von unten nach oben öffnet.

Die Blüten sind rosarot/hellrosa, wobei die rosarote Lippe tief gespalten ist und aussieht wie ein kleines Männchen. Die Sepalen sind hellrosa bis aschgrau und neigen sich wie ein Helm über die Lippe. So sieht die Einzelblüte aus, als ob ein kleines Männchen unter einem großen Kopftuch oder Helm hervorschauen würde.

Die Blätter sind kräftig grün, haben eine feste Struktur und sind relativ groß. Sie sind ungefleckt und erscheinen im Frühjahr als Rosette.

Dank ihrer Farbe fällt die Orchidee sofort ins Auge, was natürlich auch mit ihrem Rückgang zu tun hat.

 

 

Hummelragwurz (ophrys holoserica)

 

Die Pflanze ist 15 - 35 cm hoch, zwei- bis zehn- blütig. Die Blütenfarbe reicht von rot über dunkelrosa bis weißlich.

Die Sepalen sind breit, die Petalen eher klein und schmal. Die Lippe ist ungeteilt, behaart und gelblich-braun.

Die Hummelragwurz gehört sowohl zu den Sexual- als auch zu den Nektartauschblumen.

 

 

 

 

Mäusebussard (buteo buteo)

 

Der Mäusebussard ist ein mittelgroßer, gedrungener Greifvogel mit im Flug breiten Flügeln und einem kurzen Stoß.

Es gibt braune Bussarde, aber auch rein weiße mit allen Übergängen, die Färbung ist also oft völlig unterschiedlich. Die Flügelspitzen sind aber immer dunkel.

Der Stoß des Mäusebussards ist eng gebändert, im Alterskleid fällt die deutliche Endbinde auf.

Die Iris ist braun oder gelblich grau. Männchen wiegen etwa 700 – 800 Gramm, die Weibchen 880 – 1000 Gramm. Charakteristisch für den Mäusebussard ist sein miauender Ruf.

Fast überall in Deutschland ist der Mäusebussard zu finden, nur das Innere großer Waldgebiete meidet er.

Er ist nicht nur flächendeckend verbreitet, sondern auch häufig. Man schätzt den Bestand des Mäusebussards auf etwa 70.000 Paare in Deutschland. Lokal schwanken seine Bestände zwar in Abhängigkeit vom Feldmausangebot, aber der Mäusebussard ist in Mitteleuropa der häufigste Greifvogel.

 

 

Riemenzunge (himantoglossum hircinum)

 

Die Riemenzunge ist eine wärmeliebende Art der (sub-)mediterranen bis (sub-)atlantischen Verbreitung. Obwohl die Standortansprüche der Pflanze schon relativ genau beschrieben wurden, ist die Verbreitung in Westeuropa und die östliche Verbreitungsgrenze dieser Orchidee noch nicht ausreichend geklärt.

Die Riemenzunge ist eine seltene Art der Trespen-Halbtrockenrasen über Muschelkalk. In Deutschland ist die Art trotz vorhandener geologischer Standorte und klimatischer Nischen sehr selten (Gefährdungsgrad Rote Liste BRD 2 = stark gefährdet).

Die stattliche Orchidee kann bis zu 90/ 120 cm groß werden. Die länglich-lanzettlichen Blätter mschließen den Stengel scheidig.

 

 

 

Wechselkröte (bufo viridis)

 

 

Die Wechselkröte (auch "Grüne Kröte") ist ein mittelgroßer Froschlurch aus der Art der Echten Kröten (bufo). Das nachtaktive Tier bevorzugt warme und trockene, von Menschen geschaffene Biotope (Ruderalstandorte, z. B. alte, überwachsene Bauschuttablagerungen) mit lockerer niedriger Vegetation.

Von offenen Gewäsern entfernen sie sich mitunter sehr weit. Ihre Laichgewässer sind flach und vegetationsarm. Dazu legt sie bis zu 4 Meter lange Laichschnüre am Gewässerboden ab, worin sich bis über 10.000 dunkle Eier mit einer Größe von etwa 1 mm befinden.

Der Name verrät es: die Wechsselkröte ist in der Lage, ihre (beim Weibchen sehr helle, beim Männchen eher graue Grundfarbe der Umgebung anzupassen. Auf der Oberseite besitzt die Wechselkröte zahlreiche grüne Flecken, die beim Weibchen schärfer konturiert sind. Zudem ist die Oberseite mit schwach ausgeprägten Warzen bedeckt.

Wie bei allen Echten Kröten findet man am recht breiten Kopf hinter den Augen mit waagerechte Pupillen und grün-gelblicher Iris flache Ohrdrüsenwülste (Parotiden).

Das Männchen besitzt eine große Kehl-Schallblase, mit der es den nächtlichen Paarungsruf erzeugt. Dieser erinnert ein wenig an das Trillern der Maulwurfsgrille.

Vorkommen: östlicher Mittelmeerraum, Süd- und Südosteuropa, Mittelmeerinseln, Nordafrika, aber auch bis Südschweden. In Deutschland kommt sie nur sehr lückenhaft vor.

  

 



Wendehals (jynx torquilla)

 

Der Wendehals gehört zur Familie der Spechte. Im Gegensatz zu seinen Verwandten fehlen ihm aber einige Eigenschaften, die charakteristisch für Spechte sind. Er kann keine eigene Bruthöhle zimmern, da Schnabel bzw. Schädel dafür nicht kräftig genug sind.

Er ist auch nicht ein so guter Kletterer wie die anderen Spechte. Das Klettern verlangt hohe Aktivität und schnelles Reaktions-vermögen. Der Wendehals hat diese Eigenschaften nicht. Deshalb fliegt er Stämme meistens quer an und sitzt auf Ästen.

Der Wendehals ist sehr schlank. Sowohl das Männchen wie auch das Weibchen tragen ein grau-braunes Tarngefieder, oben gesprenkelt und mit dunklem Rückenstreif, unten quergewellt.

Seinen Namen erhielt der Wendehals aufgrund seines Verhaltens ein auffälliges, langsames Kopfdrehen - bei Gefahr. Er spreizt dabei die Schwanzfedern, macht einen "langen Hals" und bewegt diesen wie den Kopf einer Schlange mit den seltsamsten Bewegungen hin und her. Dazu zischt er ebenfalls schlangenähnlich. Diese Verhaltensweisen nennt man "Schlangenmimikry".

 

 

Zilpzalp (phylloscopus collybita)

 

Vögel an den Stimmen erkennen zu können, ist in den Augen vieler eine Wissenschaft für sich. Um sich den Gesang des Zilpzalp einprägen zu können, muss man allerdings wirklich kein besonderes Gedächtnis für Vogelstimmen haben.

Denn nicht nur der Kuckuck ruft seinen Namen, auch der Zilpzalp macht es. Immer wieder lässt er ein monotones “zilp-zalp-zilp-zalp“ ertönen. Auch in anderen Ländern wird dieser Ruf ähnlich gedeutet und so heißt dieses Vögelchen in den Niederlanden beispielsweise Tjiftjaf.

Wie man die in mäßigem Tempo eintönig wiederholten Rufe auch deutet, sie sind so prägnant, dass der volkstümliche Name Zilpzalp sich gegen den früher üblichen Namen Weidenlaubsänger durchgesetzt hat.

Schon ab Mitte März kommt das nur knapp elf Zentimeter kleine Vögelchen aus dem Winterquartier im Mittelmeerraum zurück.

Der Zilpzalp ist ein rastloses, unermüdlich tätiges Vögelchen. Zweimal im Jahr brütet er. Sein Nest versteckt er gut in Hecken, Stauden oder in altem Gras. Aus den fünf bis sechs Eiern schlüpfen nach meist genau zwei Wochen die Jungen, die weitere zwei Wochen im Nest bleiben. Gefüttert werden die Jungen mit kleinen Spinnen, Asseln und Insekten, die die Vögel in der Bodenvegetation und in Baumkronen auflesen.